Das Zungenpiercing

Das Zungenpiercing ist ein beliebter Körperschmuck und verweist auf eine lange Tradition in den unterschiedlichsten geografischen und kulturellen Kreisen.

Von der Spiritualität bis zum Modeschmuck

Die traditionellen Ursprünge des Zungenpiercings liegen im asiatischen Raum. Das Durchstechen diverser Körperteile galt als spirituelle Erfahrung und war Teil diverser Reinigungszeremonien. Bei dieser Praxis lag und liegt der Fokus jedoch im Wesentlichen auf das Durchstehen mit spitzen Gegenständen, Metallen und Hölzern. Das Anbringen von Schmuck ist eine jüngere Erfindung in westlichen Kulturen. Insbesondere in den 90er Jahren hat sich das Tragen von Piercings, wie das Zungenpiercing, in der Technoszene etabliert.

Gewöhnung an den Fremdkörper – welche Auswirkungen hat ein Zungenpiercing?

Das Zungenpiercing wird in der Regel unter leichter örtlicher Betäubung vertikal durch die Zunge gestochen. Dieses kann mittig in der Zunge platziert sein aber auch eine asymmetrische Platzierung oder mehrere Piercings sind möglich. Wichtig bei der Auswahl der Position des Piercings ist, dass das Metall nicht in direkter Nähe zu den Zähnen liegt, da ein Dauerkontakt Reizungen des Zahnfleisches und somit schädigende Entzündungen nach sich ziehen kann.

Des Weiteren wird die Platzierung durch Gefäße und Gewebe der Zunge beeinflusst. Ein frisch gestochenes Zungenpiercing stellt in den ersten Tagen der Heilung eine Einschränkung dar. Auch an das neue Mundgefühl und das Sprechen mit Fremdkörper muss sich zunächst gewöhnt werden.

Die richtige Pflege beschleunigt den Heilungsprozess

Zungenpiercing

Seit den 90er Jahren ist das Zungenpiercing sehr beliebt.

Unmittelbar nach dem Stechen schwillt die Zunge an. Diese Schwellung geht nach ca. zwei bis 3 Tagen zurück. Wichtig ist es darauf zu achten, dass das Milieu im Mundraum möglichst arm an Bakterien bleibt. Das Zungenpiercing sollte daher nur mit sauberen Händen und möglichst wenig angefasst werden. Das Gurgeln mit Mundwasser und antiseptischen und beruhigenden Tees kann die Heilung begünstigen und beschleunigen.

Besonders in der Ernährung sind einige Vorgaben zu beachten, damit der Heilungsprozess optimal verlaufen kann:

  • Milchprodukte meiden
  • kein Alkohol
  • kein Tabak
  • Mundhygiene

Varianten des Zungenpiercings

Neben der üblichen Form des einfachen Piercings besteht auch die Möglichkeit, die Zunge mehrfach hintereinander oder nebeneinander zu piercen. Auch das Durchstehen der Zungenspitze ist möglich.

Das Zungenpiercing kann unter bestimmten Gesichtspunkten auch als Intimpiercing verstanden werden. Auch, wenn es nicht wie das weibliche Christina-Piercing oder das männliche Pendant, das Prinz-Albert Piercing an einem primären Geschlechtsmerkmal angebracht ist.

Der Mundraum gilt als erogene Zone und das Zungenpiercing wird von vielen Menschen als sinnlich, erotisch verstanden.